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Hausaufgaben 

 

 

 

 

 

Hausaufgaben – Der tägliche Kampf in der Familie
- Dieser Artikel erschien bereits im www.Familienhandbuch.de -

Hausaufgaben sind in vielen Familien ein sehr stress- und emotionsgeladenes Thema. 
Sie ziehen sich selbst bei Grundschulkindern häufig bis weit in den Nachmittag hinein und die akzeptable 
Zeitgrenze wird dabei längst überschritten. Vielfach erfordern sie auch die direkte Anwesenheit von Eltern: 
Sei es, um die Aufmerksamkeit des Kindes auf die Aufgaben zu lenken oder um bei aufkommenden Fragen 
sofort anwesend zu sein. Und natürlich müssen Eltern vielfach zu Beginn auch erst den Wissenstand des Kindes 
an die zu erbringenden Aufgaben angleichen, weil das Kind den neuen Stoff in der Schule nicht verstanden hat. 
Aber auch wenn in jeder Familie der Kampf um Hausaufgaben ganz individuelle Facetten besitzt, ähneln sich viele der Probleme. Da man leider bei individuellen Problemen auch nur eine individuelle Hilfe anwenden kann, wird nicht alles in diesem Artikel zu Hause anzuwenden sein. Einiges wird auch sicherlich auch bekannt sein. 
Doch wenn auch nicht alle Tipps neu sind, werden sie Ihnen zumindest die Sicherheit geben, 
auf dem richtigen Weg zu sein.
Der folgende Artikel richtet sich an Eltern, die täglich den Kampf mit den Hausaufgaben angehen müssen. 

Hausaufgaben – Sinn und Zweck

Hausaufgaben dienen dazu, der Lehrerin oder dem Lehrer in der Schule Rückmeldung über den Leistungsstand 
des Kindes zu geben. Das Kind soll in der Schule Erlerntes durch die weitere Beschäftigung damit vertiefen und verinnerlichen. Hausaufgaben sollten so bemessen sein, das Grundschulkinder im 4. Schuljahr sie in maximal einer Stunde lösen können, jüngere in entsprechend weniger Zeit. Der Leistungsstand kann in der Schule natürlich nur 
dann überprüft werden, wenn das Kind die Hausaufgaben auch allein gelöst hat. 
Deshalb: Geben Sie in der Schule unbedingt eine Rückmeldung über die Art, wie das Kind die Hausaufgaben 
löst und welche Hilfen Sie geben müssen. (Oftmals haben Schulkameraden die gleichen Probleme). 
Dies sollte der dann entsprechend berücksichtigen.
Die meisten Lehrerinnen und Lehrer sind sehr bemüht und an einer guten Zusammenarbeit mit den Eltern interessiert. Nach Absprache können sie dem Kind sofort Rückmeldung selbst über kleinste Erfolgserlebnisse geben. 
Aber lassen Sie sich als Eltern in keinem Fall entmutigen, sollte die Zusammenarbeit nicht so gut sein. 
Suchen Sie sich Bündnispartner: Eltern anderer Kinder, Elternvertreter, andere Lehrer. 
Eine gute Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten bringt auch gute Erfolge für alle Beteiligten!

„Die schönste Zeit des Tages“ – Start eines Nachmittags mit Hausaufgaben

Ein Schultag bedeutet für Kinder genauso viel Anstrengung wie ein Arbeitstag für uns Erwachsene. 
Berücksichtigen Sie dies bei der Planung, wann das Kind mit den Aufgaben beginnen soll. 
Überlegen Sie gemeinsam, welches die beste Anfangszeit ist. Viele Kinder brauchen nach einem Schultag 
oftmals eine längere Pause, um sich körperlich bewegen und austoben zu können. 
Dies sollte man Ihnen dann auch zugestehen. 
Andererseits berichten Eltern oft, dass die Kinder anschließend größere Schwierigkeiten haben, 
sich den Aufgaben zu widmen. Wenn dies bei Ihnen so ist, dann besprechen Sie das einfach mit Ihrem 
Kind und schließen Sie unter Umständen bestimmte Spiele vor den Hausaufgaben aus.

Weiß ihr Kind, was es auf hat?

Wenn die Hausaufgaben am Ende der Stunde genannt werden, können viele Kinder sie nicht zuordnen, 
weil sie dem Unterricht auch nicht gefolgt sind oder mit ihren Gedanken schon in der Pause sind. 
Wenn das Kind außerdem auch feinmotorische Schwierigkeiten hat, ist es vom Arbeitstempo deutlich 
langsamer als die anderen Kinder in seiner Klasse und das Übertragen ins Hausaufgabenheft 
schaffte es nur teilweise. Oder die Hausaufgaben werden von der Lehrerin oder dem Lehrer an die Tafel notiert. 
Kinder mit Wahrnehmungsschwierigkeiten haben aber oft große Probleme beim Abschreiben, 
dies ist ihnen dann keine Hilfe sondern eher eine zusätzliche Bürde. So können in dieser Situation mehrere Komponenten zusammen kommen, die das Kind handikappen. Dennoch wird bereits ein Punkt deutlich: 
Das Führen eines Hausaufgaben-Heftes ist unabläßlich. Die Lehrerin oder der Lehrer kann kontrollieren, 
ob das Kind alle wichtigen Dinge vermerkt hat und Ihnen dient es dazu, relativ problemlos die Hausaufgaben zu überschauen. Viele Lehrer erklären sich auch bereit – zumindest eine zeitlang – die Eintragungen 
ins Hausaufgabenheft zu vervollständigen. 
Dies kann das Kind sehr entlasten.
In keinem Fall sollten Sie oder Ihr Kind dauernd telefonieren und bei anderen Kindern nachfragen. 
Ihr Kind gewöhnt sich so daran, doch noch an die Aufgaben zu kommen und wird Ihnen vermutlich einen 
großen Teil der Verantwortung zuschieben, anstelle sie bereits in der Schule selbst zu übernehmen. 
Das Kind sollte lernen, selbst für die kompletten Aufgaben sorgen zu müssen. 
Besprechen Sie dies mit Ihrem Kind! Kritik bei fehlenden Aufgaben durch die Lehrerin oder den 
Lehrer wirkt oft mehr als Ermahnungen durch die Eltern, zur Not muss das Kind eben mal mit fehlenden 
Aufgaben in die Schule, um die Konsequenzen zu spüren.

Ein Tagesplaner schafft Übersicht

Außerdem kann es für das Kind hilfreich sein, einen Tagesplaner zu haben, auf dem die 
Hausaufgabenzeiten bereits im Vorfeld für jeden Tag festgelegt sind. 
So kann es sich jeden Tag darauf einstellen und auch Sie müssen nicht täglich neu diskutieren 
sondern können einfach auf die Vereinbarung zeigen. 
Schon aus diesem Grund ist es wichtig, die Zeiten gemeinsam mit dem Kind festzulegen. 
Der Tagesplaner sollte also in jedem Fall den Anfang der Hausaufgaben markieren! 
Besonders günstig ist, dass Sie hierbei lange oder kurze Schultage, Termine am Nachmittag usw. 
berücksichtigen können. 
Sie haben die Möglichkeit, Hausaufgabenzeiten ganz individuell festzulegen und ihr Kind zu verpflichten, 
sie auch einzuhalten. 
Doch wenn Sie einen solchen Tagesplaner anlegen, sind Sie gleichermaßen verpflichtet ihn einzuhalten! 
Kinder empfinden es zu Recht als sehr ungerecht, wenn Eltern sich selbst Ausnahmen zugestehen. 
Kommt Ihr Kind nun der Aufforderung nach, umgehend mit den Aufgaben zu beginnen, 
hat es in jedem Fall ein Lob verdient. Kommt es der Aufforderung nicht nach, sollte es auch 
die Konsequenz tragen. 

Trödelt Ihr Kind gern?

Unter Umständen müssen dann einmal bestimmte Freizeitangebote (z.B. Fußballtraining) ausfallen, 
damit das Kind die Aufgaben korrekt nacharbeiten kann. 
Wenn sich die Hausaufgaben bei Ihrem Kind jeden Tag endlos in die Länge ziehen, kann es unter 
Umständen günstig sein, in dem Tagesplaner auch die Endzeiten zu vermerken. 
Wenn dann die maximale Uhrzeit erreicht ist, werden die Aufgaben abgebrochen, 
egal wie viel noch zu machen ist. 
Wenn die vorgesehene Zeit durch Trödeln verstrichen ist, hat dies zur Folge, dass das Kind 
einmal ohne Hausaufgaben in die Schule muss. Sie geben dadurch Ihrem Kind die Verantwortung 
für seine Aufgaben und es muss auch die Konsequenzen in der Schule aushalten. 
In jedem Fall muss aber die Strafe im Vorfeld bekannt sein und Sie sollten in 
Ihren Konsequenzen steigerungsfähig sein!
Abhilfe für Trödeln können auch ein Wecker oder eine Eieruhr bringen. 
Beides macht aber im Grund nur dann Sinn, wenn das Kind die Uhr (zumindest halbwegs) 
kennt oder ein Zeitgefühl besitzt. 
Vielen Kindern ist es dann aber ein ungeheurer Ansporn, die Aufgaben vor der Zeit zu erledigen. 
Wenn Sie diesen Trick anwenden, stellen Sie aber vor allem in der Anfangsphase sicher, dass das Kind eine angemessene Chance hat, sein Ziel zu erreichen! 
Ansonsten wird das Kind nur zusätzlich frustriert. 
Und natürlich darf das Ticken der Uhr nicht wieder ablenkend sein.

Eine andere Ursache für eine solche Verzögerungstaktik könnte sein, dass das Kind die 
Aufgaben tatsächlich für unüberschaubar und unlösbar hält. 
Oft können sich die Kinder nicht vorstellen, das sie die Aufgaben tatsächlich lösen können und 
schieben sie somit vor sich her. Sobald die Kinder das Buch aufschlagen ertönt ein Satz wie „Oh, 
das ist aber viel, das schaffe ich nie“. 
Damit das Kind sich nicht von den vielen weiteren Dingen im Buch ablenken lässt, kann man 
auch ein Sichtfenster aus Papier basteln, das die anderen Aufgaben verdeckt und so den Blick auf die zu erledigenden Dinge lenkt. 
Vielleicht fehlen diesen Kindern auch Strategien, um mit den Aufgaben beginnen zu können. 
Dann sind sie unbedingt auf verständnisvolle Hilfe der Eltern angewiesen. 
Diesen Kindern hilft es, zusammen einen Schritt-für-Schritt-Plan zu erarbeiten, an dem sie sich orientieren können.

Kinder mit feinmotorischen Schwierigkeiten müssen sich bei schriftlichen Arbeiten ganz besonders anstrengen 
und erhalten dennoch wenig Lob, weil ihre Schrift krakelig ist. 
Kinder mit Teilleistungsschwächen im LeseRechtSchreib-Bereich oder in der Mathematik müssen sich besonders plagen, um angemessene Ergebnisse zu liefern und haben oft noch ein Pensum freiwilliger Arbeit vor sich. 
Sie sind entsprechend wenig motiviert, sich damit auseinander zusetzen. 
Zum einen fehlen den Kindern die nötigen Erfolgserlebnisse, zum anderen vielleicht auch ein attraktives Ziel. 
Belohnungen sind in Maßen sehr sinnvoll. Dabei muss es keinesfalls etwas Süßes sein: 
Ein gemeinsames Spiel oder Vorlesen einer Geschichte ist für Kinder gleichermaßen attraktiv.
Doch: Kinder mit „Startschwierigkeiten“ sollten bereits für den Beginn belohnt werden. 
Eine in Aussicht gestellte Belohnung am Ende ist für sie zu weit weg und selten ausreichend motivierend.

Eltern als Nachhilfelehrer?

Beschränken Sie sich mit Ihren Hilfen auf die Lösungswege, die in der Schule genannt werden. 
Ansonsten verwirren Sie ihr Kind nur noch mehr. Besonders ältere Geschwister können beim Erklären 
sehr hilfreich sein, weil Sie mit der Materie meist vertrauter sind. 
Bei viel Stress sollten Sie ohnehin überlegen, ob die „Abgabe der Hausaufgaben in Fremdbetreuung“ 
nicht – zumindest zeitweise – eine gute Entlastung für die häusliche Situation und die Eltern-Kind-Beziehung sein kann. Adressen hierzu finden Sie über Selbsthilfegruppen oder die Schule. 
Vielfach können auch ältere Geschwister bei der Hilfe einspringen. 
Sie sind oft noch näher am Geschehen und kennen die Probleme aus eigener Erfahrung. 
Die Last der Hausaufgaben sollte auf beide Elternteile verteilt werden.

Lädt der Arbeitsplatz zum Arbeiten ein?

Wie sieht der Arbeitsplatz Ihres Kindes aus? Ist er vollbeladen und steht quasi mitten zwischen seinen Spielsachen? 
In einem solchen Fall ließe sich jeder (gern) ablenken. 
Schaffen Sie Ihrem Kind einen bequemen Arbeitsplatz mit ausreichend „Stauraum“ für seine Unterlagen. 
Gleichfarbig eingeschlagene Unterlagen (z.B. blau für Mathematik, gelb für Sachkunde usw.) mit entsprechenden Fächern zur Ablage erhöhen die Übersichtlichkeit für das Kind.
Lässt sich ihr Kind von jeder Kleinigkeit ablenken, führen bloße Appelle an die Selbständigkeit nur 
zur Überforderung. Diese Kinder brauchen in der Regel einfach mehr Unterstützung. 
So paradox es klingen mag, aber ein reizarmer Raum kann ebenfalls leicht zur Überforderung führen: 
Die Kinder sitzen dann wie auf „heißen Kohlen“ an ihren Aufgaben, lauschen auf jedes Geräusch oder wollen 
„nur eben mal“ etwas trinken, etwas gucken, etwas suchen. 
Eltern bemerken oft eine Besserung, sobald sie dem Kind erlauben, während der Hausaufgaben leise Musik im Hintergrund laufen zu lassen, probieren Sie es also ruhig einmal aus. 
(Dabei ist Radio wegen der Unterbrechungen, Ansagen und Staumeldungen jedoch zu vermeiden!)

Erledigt Ihr Kind seine Hausaufgaben allein?

Konzentration hat viele Facetten und die Ursachen für Störungen in der Konzentration können vielfältig sein. Ermahnungen wie „Nun konzentrier` dich doch endlich!“ nutzen in der Regel nichts und strapazieren 
höchstens die Nerven aller Beteiligten. 
Besser ist es daher, dem Problem auf den Grund zu gehen. 
Überprüfen Sie, wann Ihr Kind die größten Probleme mit der Konzentration hat: 
Ist es dann über- oder unterfordert? Werden ihm die Aufgaben zuviel? 
Ist die vertretbare Zeitgrenze vielleicht schon längst überschritten? 
Lässt sich der Arbeitsplatz des Kindes verbessern? 
Unter Umständen können auf dem Tagesplaner eingeplante Pausen Abhilfe schaffen und neuen Schwung bringen.

Starten Sie auch nicht zu früh mit Ihrer Hilfe: 
Warum sollte sich das Kind anstrengen, wenn Sie ihm die Lösungen präsentieren?
Wie steht es um das Selbstvertrauen Ihres Kindes? 
„Das kann ich nicht!“ Vielleicht traut es sich die eigenständige Lösung gar nicht zu und wagt deshalb nicht, 
sich selbständig an die Arbeit zu begeben. 
Vergewissern Sie sich, ob Ihr Kind die Aufgaben grundsätzlich lösen kann und beschränken Sie Ihre Hilfe dann auf die Aufgabenbesprechung. 
Lassen Sie Ihr Kind dann Aufgabe für Aufgabe selbständig lösen und loben es ausgiebig nach jeder selbständig gelösten Aufgabe. Sie motivieren es so, alleine zu arbeiten. 
Die Blöcke der Aufgaben können Sie dann langsam steigern und sich so immer mehr heraushalten. 
Müssen Sie bei den Aufgaben neben dem Kind sitzen? 
Sie können sich bei dem zuvor beschriebenen auch räumlich immer weiter vom Kind entfernen: 
Während Sie anfangs vielleicht im gleichen Zimmer lesen, können Sie später in einem anderen 
Zimmer arbeiten und sich nach jedem vereinbarten Block vom Kind rufen lassen.

Viele Kinder verzetteln sich bei den Aufgaben. 
Man könnte auch sagen, sie haben Schwierigkeiten, einen sogenannten „Roten Faden“ 
zu finden und ihn zu halten. 
Ein übersichtlicher Plan, der gemeinsam mit den Eltern erstellt wird, erleichtert dem 
Kind nicht nur den Einstieg in die Aufgaben. 
Es kann dadurch auch den Überblick über die noch zu leistenden Aufgaben behalten oder überhaupt erst bekommen. 
Wenn Sie einen solchen Plan erstellen wollen, sollten Sie gemeinsam mit dem Kind die Reihenfolge 
der Aufgaben festlegen und gleichermaßen auch Pausen einplanen. 
Diese sind für die Kinder immer ein ganz besonderer Anreiz, die ihnen Abwechslung bescheren 
aber gleichzeitig auch den Arbeitsstand symbolisieren. 
Besprechen Sie dabei die einzelnen Aufgaben und vergewissern Sie sich ebenfalls, dass das Kind alles richtig verstanden hat. Nur ein Kind, das weiß, was von ihm erwartet wird, 
kann sich engagiert und mutig an die Lösung machen! 

Und ganz ehrlich: Wenn die verschiedensten Probleme zusammentreffen, ist es dann nicht verständlich, 
dass Kinder sich den Aufgaben lieber entziehen und sie vor sich herschieben?
Sie sollten in einem solchen Fall das Maß Ihrer Kritik auf wenige, aber wichtige Dinge beschränken. 
Das heißt: Kinder mit feinmotorischen Problemen sollten nicht wegen Ihrer Schrift gemaßregelt werden oder 
Kinder mit hyperkinetischem Syndrom nicht wegen ihrer motorischen Unruhe. 
Erkennen Sie an, wenn Ihr Kind sich bemüht und loben es dafür. So können Sie es am besten motivieren.

Vielleicht sind Ihnen beim Lesen dieses Artikels noch andere Ideen eingefallen. 
Eine Liste mit hilfreichen Tips ließe sich sicher noch fortsetzen. 
Doch egal, was Sie ausprobieren, bestimmen Sie vorher den Zeitraum und halten ihn auch dann ein, wenn sich nicht sofort eine Verbesserung feststellen läßt. 
In der Regel sind zwei Wochen nötig, ehe Sie wirkliche Aussagen über den Nutzen treffen können. 
Und lassen Sie sich nicht so schnell entmutigen. 
Bei vielen Dingen sind Sie auf Unterstützung durch die Schule angewiesen. 
Scheuen Sie sich nicht, diese einzufordern!

Wie können Eltern wirksam helfen – Nützliche Tipps auf einen Blick

Anlegen eines Hausaufgabenheftes und eventuell sogar die Eintragungen täglich von der Lehrerin oder dem Lehrer abzeichnen lassen. 
Strukturierung des Arbeitsplatzes (Gleicher Ort, absehbare Zeit, für das Kind gleichbleibender/durchschaubarer Rhythmus)
Übersichtsplan: Die Hausaufgaben gemeinsam mit dem Kind in Einzelportionen aufteilen und Reihenfolge festlegen. Auch Pausen dabei einplanen!
Fenster aus Papier basteln, um so die anderen Aufgaben zu verdecken und damit die Aufmerksamkeit des Kindes auf die zu erledigenden Aufgaben lenken.
Langsam mit der Hilfe einsteigen: Warum soll das Kind sich bemühen, wenn Eltern die Lösung ohnehin zügig bekannt geben?
Die Lehrerin oder der Lehrer kann den Lernfortschritt des Kindes nur erkennen, wenn die Eltern NICHT laufend alle Arbeiten erledigen ® Eltern sollten nicht auf Dauer als unbezahlte Nachhilfelehrer fungieren!
Selbst gut gemeine elterliche Ratschläge bei den Hausaufgaben belasten die Eltern-Kind-Beziehung immer wieder. Eltern fühlen sich überfordert und Kinder nach einem für sie langen Schultag unter Druck gesetzt. Auch daran denken: Hort oder andere Form der Fremdbetreuung durch Hausaufgaben, um die familiäre Situation nicht übermäßig zu strapazieren! Partner, Nachhilfe, Hort, ...
Keine neuen, für das Kind unbekannten Wege einführen. Das verwirrt ihr Kind nur noch mehr.
Niemals zu viel Druck ausüben, besonders bei Kindern mit bekannten Teilleistungsschwächen: z.B. bei Kindern, die wegen ihrer feinmotorischen Schwierigkeiten (Arbeitstempo, Stifthaltung, Linieneinhaltung) zur Ergotherapie gehen, bei Kindern mit Konzentrationsproblemen durch das Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS) oder bei Kindern mit motorische Unruhe durch das Hyperkinetische Syndrom (HKS)
Hilfe beschränken auf Hinführung zum Problem. Der Unterrichtsstoff kann nicht auf Dauer nachgearbeitet werden. Lieber mal Rücksprache mit anderen Eltern halten. Oft stehen Sie mit Ihrem Problem nicht allein da.
Ältere Kinder sollten lernen, die Hausaufgaben alleine zu erledigen. Aber: Auch hierbei nichts erzwingen sondern langsam „ausschleichen“
Erklärungen und Hilfestellungen durch ältere Geschwister wirken oft Wunder, da diese im Thema meist gut drin sind und auch viel Verständnis für Schwierigkeiten mit Hausaufgaben haben.
Angenehme Lernatmosphäre schaffen, da bei Angst und Unsicherheit sonst nur Denkblockaden entstehen. ( Die kennen wir ja alle selbst noch von früher!)
Loben, auch für Teilerfolge!

Literatur

Zum Thema Hausaufgaben gibt es jede Menge Literatur. Folgende Bücher sind besonders empfehlenswert:
Kohler, Britta: Hausaufgaben, Helfen – Aber wie?; Beltz Verlag, 1998
Brückner, Uta / Friauf, Heike: Hausaufgaben kein Problem. Wie mein Kind es selber schafft. Herder Spektrum, 2000

Autorin
Carmen Wöhler 
Kölner Therapiezentrum für Teilleistungsstörungen
Postfach 45 02 46
50877 Köln
Tel.: 0221-4911400
e-mail: C.Woehl@freenet.de

Frau Carmen Wöhler (Dipl. Pädagogin) ist stellvertretende Leiterin des Kölner Therapiezentrums für Kinder und Jugendliche mit Teilleistungsstörungen (www.koelner-therapiezentrum.de). 
Sie führt dort Anamnesegespräche mit Eltern im Rahmen der Aufnahme durch. 
In Ihrer täglichen Arbeit berät sie außerdem Eltern zu Fragen von Schule und Erziehung. 
Zum Thema Hausaufgaben hat sie schon mehrfach Vorträge gehalten und als Referentin für die Bundesarbeitsgemeinschaft zur Förderung der Kinder und Jugendlichen mit Teilleistungsstörungen 
(www.bag-tl.de) Workshops durchgeführt.

 

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